Abegglen FH, Prämienhengst

abegglen start

Geboren: 02.06.2010
Rasse: Westfale, anerkannt für Westfalen und Oldenburg
Farbe: Schwarzbraun
Stockmaß: 173 cm
Geschlecht: Hengst, gekört und prämiert, leistungsgeprüft
Züchter: Christa Nagelschmidt-Terwort, Haan




Ampère Rousseau Ferro
Zsuzsa
Larivola Flemmingh
Farivola
VPr Curly Sue Carabas Carnaby GL
Abony Star
StPrSt Padisa Parademarsch I
StPrSt Dixi

Abegglen FH (von Ampere-Carabas), viel besprochener Prämienhengst der Westfalenkörung und das Bewegungswunder des Jahrgangs 2012, steht allen ZüchterInnen weiterhin über TG zur Verfügung.

Infos gerne über die Hengststation Böckmann, Frau Hammermann oder Herrn Fleming, Telefon +49 (0) 4472 8449

Wir sind von der Qualität des Hengstes nicht nur wegen seines überaus interessanten Pedigrees auf der Vater- und Mutterseite und seines zu jeder Zeit bewegungsdominierenden Auftritts in Handorf voll überzeugt, sondern auch, weil mehrere Nachkommen von Carabas aus unseren eigenen Stuten hoch erfolgreich im Sport laufen, so zum Beispiel Callas FH von Carabas-Partout, 7jährig bereits hocherfolgreich in Dressurprüfungen der Klasse S und in 2012 eine der besten Stuten ihres Jahrganges in Oldenburg.

 

Platzierungen 2016
Ort, Datum
Wettbewerb
Platz
Getüt Bonhomme, 17. Juni BuCha Quali der 6-j. Dressurpferde 1
Ankum, 27. Januar
Dressurpferde L
3
Warendorf, 02. September Bundeschampionat der 6j Dressurpferde 4


Traumnoten beim 30 TT für Abegglen FH

Abegglen FH erhält Traumnoten bei der Hengstleistungsprüfung, 30 Tage - Test in Münster-Handorf:

Interieur: 9,63        
Trab: 9,25    
Galopp: 9,5    
Schritt: 7,5    
Rittigkeit: 9,1

 

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Abegglen´s Nachzucht


Abegglen FH – westfälisches Tafelsilber in neuem Glanz

Auf der NRW-Hauptkörung im Dezember 2012 in Münster-Handorf war er einer der ganz großen Publikumslieblinge: das erst im Juni 2010 geborene, gleichwohl aber schon 1,72 m große, schwarzbraune Bewegungswunder Abegglen FH (Züchterin: Christa Nagelschmidt-Terwort, Haan) vom holländischen Champion Ampere aus der VbPrSt Curly Sue von Carabas – Parademarsch I. Recht groß geratene Remonten gebärden sich im Alter von zweieinhalb Jahren oftmals recht schlaksig und unbalanciert, nicht so dieser mit der Kopfnummer 1 in Münster-Handorf auftretende Jüngling. Schon bei der Vorauswahl hatte er zu allem Überfluss auch noch durch ein ausgesprochen geschmeidiges, hervorragend basculietes und mit einem schnellen Vorderbein gesegnetes Springen überzeugt, was vielen Betrachtern angesichts der hohen Qualität in Trab, Schritt und Galopp fast wie eine Verschwendung der Natur erschien. So kam Abegglen ins Prämienlot der 2012er Hauptkörung. Nicht wenige fachkundige Besucher der NRW-Körung sahen ihn als Anwärter auf den Titel des Siegerhengstes, mindestens aber als gleichwertig mit dem zum 2. Reservesieger erklärten und als Pachthengst ins NRW-Landgestüt gewechselten Ampere-Sohn All at Once. Man mag es Politik nennen, nimmt es aber gelassen, wenn man weiß, dass das echte Werturteil über einen jungen Hengst erst mit dem reiterlichen Leistungsnachweis und schlussendlich mit der Bewertung seiner Vererbung gefällt wird.

Abegglens Vater Ampere, Sohn des Vize-Weltmeisters der jungen Dressurpferde 2003 in Verden, Rousseau von Ferro, war 2008 holländischer Körungssieger in s´Hertogenbosch und ein Jahr später in Ermelo Dressursieger des holländischen 70-Tage-Tests. Über die oldenburgische Privatstation Sosath fand Ampere reichlich Zugang zur deutschen Pferdezucht und konnte 2012 in allen großen Zuchtgebieten vielversprechende Hengstsöhne präsentieren. Der offenbar reinerbig braune Ampere wird inzwischen vom schwedischen Olympiareiter Jan Brink auf größere Turnieraufgaben vorbereitet.

Abegglens Mutter, VbPrSt Curly Sue stammt aus einer Stutenfamilie, die zu den Gründerstämmen der westfälischen Zucht zu zählen sind. In Franz-Josef Neuhaus´ Standardwerk „Zuchtschätze“ ist sieals Familie der Ilka von Isbert (Clemens Renvert, Ahlen) verewigt (Neuhaus, Zuchtschätze, Münster 2007, Seite 206 ff.). Der Stamm lässt sich bis 1907 zurückverfolgen. Prominenteste Vertreterin dieser Linie ist ohne Frage die StPrSt Finale vom Fabriano – Schwank – Adrill (Z.: Hermann Lube, Dolberg), 1957 geboren und als neunjährige 1966 in Frankfurt zur ersten westfälischen DLG-Siegerstute gekürt. Dieser nationale Championatstitel ist, auch wenn nur durch Vorstellung an der Hand erworben, in seiner Bedeutung durchaus mit einem Sieg im Bundeschampionat unserer Tage vergleichbar. Landstallmeister Dr. Gerd Lehmann, der am 1. Januar 1966 die Leitung des NRW-Landgestüts Warendorf übernommen hatte, erinnert sich daran, wie er als Assistent seines Amtsvorgängers Landstallmeister Konrad Bresges 1965 die moderne, plastisch modellierte und sich überragend bewegende Fuchsstute Finale erstmals auf Stutenschau sah und sofort den Gedanken hatte, diese Stute für die DLG-Ausstellung des folgenden Jahres zu gewinnen. Es bedurfte massiver Überredung, um den Stutenbesitzer Johannes Kessler aus Lippetal dazu zu bewegen. Der Aufwand, eine tragende Stute schaufähig zu machen und die weite Anreise nach Frankfurt waren echte Hinderungsgründe. Der junge Landstallmeister war jedoch überzeugend und konnte auf diesem Weg Westfalen einen Epoche-machenden Sieg bescheren. Finale war zum Zeitpunkt ihres DLG-Sieges in der Frankfurter Festhalle tragend von Firnhang. Das im kommenden Jahr geborene Stutfohlen wurde als StPrSt Forelle ihrerseits später ebenfalls DLG-prämiert und konnte mit fünf staatsprämierten Töchtern von Milan und Lucius xx einen weiteren starken Zweig dieser Stutenfamilie begründen. Bekannteste Tochter der Finale wurde die StPrSt Matilla, 1970 geboren von Milan, die 1973 Siegerstute der westfälischen Eliteschau (damals noch Zentralschau genannt) und ein Jahr später, 1974, bei der DLG-Ausstellung mit dem I a-Preis ausgezeichnet wurde. Mit den beiden gekörten Hengsten Montreal I Ldb. und Montreal II von Mohn xx stieg Matilla (Bes.: Ramzes-Preisträger Hans-Joachim Wehberg, Gevelsberg) in den Rang einer Hengstmutter auf.

Ebenfalls im Endring der westfälischen Eliteschau endete 1982 die Finale-Tochter StPrSt Ariane vom Argus-Sohn Argwohn, die unter anderem das Grand-Prix-Pferd Flamenco 99 von Florestan lieferte (Reiter: Thomas Geier). Die Ariane-Tochter StPrSt Meilynn vom Warendorfer Landbeschäler und Macho x-Enkel Montmartre siegte mehrfach in S-Prüfungen für Zweispänner mit Michael Kosmann an den Leinen. Züchterisch am bedeutendsten war jedoch die Ariane-Tochter StPrSt Dixi, ebenfalls von Johannes Kessler aus Lippborg gezogen vom Siegerhengst Disco Star von Discont und selbst mit Ursula Frölich siegreich in Reitpferdeprüfungen (damals noch „Materialprüfung“ genannt). Dixi lieferte u.a. den bewegungsstarken Moritzburger Landbeschäler Parademeister I (Z.: Prof. Rudolf Michel, Rüthen) vom Paradox-Damhirsch-Sohn Parademarsch I. Dieser wurde ebenso wie sein gekörter, aber lediglich im Sport verwendeter Vollbruder Parademeister II von Heinrich Schulte-Märter in Soest aufgezogen. Ein weiterer Vollbruder war der Fuchswallach Prossecco, der unter der Amerikanerin Zilla Pearse etliche Dressurerfolge verbuchen konnte. Eine Vollschwester dieser drei war die 1988 geborene Fuchsstute StPrSt Padisa, ebenfalls von dem imposanten und heiß umworbenen Paradox-Sohn Parademarsch I gezogen, dem Reservesieger der Körung 1986. Die 168 cm große, bewegungsstarke Fuchsstute Padisa wechselte als Dreijährige nach der Westfälischen Eliteschau 1991 in den niederrheinischen, aber westfälisch geprägten Stall von Christa Nagelschmidt-Terwort in Haan und lieferte dort unter anderem den 1999 geborenen „Leonardo wie Caprio“ von Laurentianer, der inzwischen unter Andrea Haase (Lüdenscheid) S-Dressuren gewonnen hat.  Aber auch der im dänischen Herning gekörte Fuchshengst Ambassador Las Marismas von Abanos, die StPrSt Faszination von Fidermark und die SLP- und Reitpferdeprüfungssiegerin StPrSt. Faible von Florestan waren Padisa-Kinder von herausragender Qualität.

Aktuell interessant ist StPrSt Padisa durch ihre 2002 geborene, typvolle und rahmige dunkelbraune Tochter Curly Sue vom Holsteiner Milleniums-Siegerhengst Carabas. Dieser zählte dreijährig zur Spitzengruppe der Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf, allerdings vorwiegend durch seine Top-Dressur-Bewertungen, weniger durch die vom Holsteiner Zuchtverband erhoffte Springeignung. Beim vorangegangenen 30-Tage-Veranlagungstest in Warendorf hatte Carabas noch in beiden Merkmalskomplexen (Dressur und Springen) Noten über 9,0 erhalten. Carabas fand den Weg ins hessische Gestüt Tannenhof des EDV-Pioniers Klaus C. Plönzke, wo er sich unter dem Sattel von Oliver Lutze sowohl für das Finale des Dressurpferde-Bundeschampionats als auch der Weltmeisterschaften der sechsjährigen Dressurpferde 2004 in Verden qualifizierte. 2006 siegte Carabas in einer Qualifikationsprüfung zum Nürnberger Burgpokal und belegte im Finale in der Frankfurter Festhalle einen hervorragenden 5. Rang. 2007, somit neunjährig siegte er erstmals auf Grand-Prix-Niveau und wurde unter anderem mit Oliver Lutze Hessen-Meister in der Dressur, vor allem aber auch Zweiter im Deutschen Dressur Derby in Hamburg. Er belegt inzwischen einen Spitzenplatz in der FN-Zuchtwertschätzung Dressur.

Seine Tochter Curly Sue war 2002 in Gevelsberg Siegerfohlen unter 120 ausgestellten Kandidaten und siegte bereits vierjährig unter Lars Rethemeier in Springpferdeprüfungen der Klasse A. In einem zweijährigen Zuchteinsatz brachte sie die Stute Dixi Cool von Daddy Cool, heute Zuchtstute bei Christa Nagelschmidt-Terwort, und eben den aktuellen Ampere-Sohn Abegglen, bevor sie als Juniorenpferd wieder in den Sport zurückkehrte. Die besondere Qualität ihrer Fohlen wurde mit der westfälischen Verbandsprämie honoriert. Ausbilder Elmar Pollmann-Schweckhorst, unter dessen Fittichen Curly Sue trainiert wird, schätzt die dunkelbraune Stute außerordentlich hoch ein: „Ich bin sicher, dass sie in beiden Disziplinen bis zur Klasse S ausgebildet werden könnte. Sie macht sehr gute Pirouetten und hat schon Sprünge und Kombinationen von 1,45 m problemlos absolviert.“ Vor allem aber ist Curly Sue ein absolutes Verlasspferd und hat daher eine vielleicht noch wichtigere Aufgabe: als nervenstarkes und vielseitiges Juniorenpferd.

Eine besser als bei Abegglen FH abgesicherte Leistungsvererbung mit Schwerpunkt Dressur, aber mit unübersehbarer Universalveranlagung kann man sich kaum wünschen. Zumal auch hinsichtlich der Größenvererbung ein hohes Maß an Sicherheit erwartet werden kann. Die Pferdewelt wird gespannt sein auf die ersten sportlichen Auftritte dieses jungen Westfalen und vor allem auf seine ersten Fohlen im kommenden Jahr.

Rolf Schettler, im Jan. 2013